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Ökologisch und nachhaltig gesund essen

Hühner

Ich wollt ich wär kein Huhn; Der Bio-Ei Skandal

Bio-Lebensmittel sind gesund und schonen die Umwelt. Dachte man bis dato tatsächlich. Nach dem erst kürzlich bekannt gewordenen Pferdefleischskandal, sind jetzt aber auch die Eier dran und das ein paar Wochen vor Ostern. Darf man den Vorwürfen wirklich Glauben schenken, geht es um Betrug im ganz großen Stil. Der Endverbraucher wird an der Nase herum geführt und das sicher nicht zum ersten Mal.

Was ist eigentlich Bio?

Das Bio-Siegel steht für Lebensmittel aus ökologischem Anbau und für artgerechte Tierhaltung. Verschiedene Standards und Auflagen müssen eingehalten werden, eine Dokumentationspflicht und regelmäßige Stichproben sollen gleichbleibende Qualität gewährleisten. Die Überwachung der einzelnen Bestimmung übernimmt die in der EU zugelassene Öko-Kontrollstelle. Der Ausdruck –Bio- ist ein geschützter Begriff und das europaweit. Die Lebensmittel müssen allen Kriterien entsprechen, mit oder ohne Siegel, da dieses nicht zwingend erforderlich ist.

Das Märchen vom glücklichen Bio-Huhn

Das Bankivahuhn ist ein Wildvogel aus Südostasien und gehört zur Familie der Fasane. Das Haushuhn (Gallus gallus domesticus) ist ein direkter Nachfahre und unser aller Eierlieferant. Wenn der stolze Hahn auf dem Mist, von der Haltung in Legebatterien und vermeintlichen Biohöfen hören würde, so würde diese sich wahrscheinlich schütteln. Haushühner sind nicht flugfähig und verbringen den Großteil ihres Lebens in Bodennähe. Trotzdem haben diese Tiere Ansprüche und wollen beschäftigt werden. Jeder der Hühner auf einem alten Bauerngut in privater Haltung bewundern durfte weiß es, diese Vögel gehören nicht zu hunderten zusammen gepfercht. Die Nahrung der Hühner besteht nicht nur aus Körnerfutter, auch Schnecken, Würmer und Kerbtiere werden nicht verschmäht. Dieses Getier zu suchen ist das Tagesgeschäft eines Huhns und wichtige Beschäftigung. In falscher Haltung verkümmern diese und andere Verhaltensweisen, die Tiere werden apathisch und hocken auf viel zu engem Raum. Damit das Verhalten der Tiere nicht in die gewöhnliche Hackordnung übergeht, werden die Hühner zusätzlich geschnäbelt (Kürzung des Schnabels). Diese Art der Hühnerhaltung will der Verbraucher jetzt nicht länger hinnehmen. Ein Huhn wie in dem lustigen Kinderlied möchte heute sicher niemand mehr sein.

Augen auf beim nächsten Eierkauf

Um einem Betrugsfall vorzubeugen hilft nur Aufklärung. Jedes einzelne Hühnerei besitzt eine aufgedruckte Codierung. Dieser Code lässt sich sehr leicht bis auf den jeweiligen Hühnerstall zurückverfolgen. Ob Besuch dort willkommen wäre ist natürlich eine ganz andere Frage. Dieser Zahlen- und Buchstabencode besteht aus verschiedenen Segmenten. Eine 0 steht für Bio, eine 1 für Freilandhaltung, die zwei folgenden Buchstaben stehen für den jeweiligen Staat (DE für Deutschland). Die nächste Ziffer deutet auch das Bundesland hin und die letzten vier Ziffern führen dann zum eigentlichen Erzeuger. Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, bleibt dem Verbraucher wohl nur der Gang in den nächsten Bio-Laden. Aufgrund der gigantischen Nachfrage wird es immer schwieriger, die jeweiligen Standards einzuhalten und Bio wird zum Massenprodukt.

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