Der Präsident der TU Berlin über den „Green Day“
Professor Dr.-Ing. Jörg Steinbach erklärt im Interview, warum die TU Berlin am „Green Day" Schüler/-innen für klimabezogene Studiengänge begeistern will.

Auf dem Dach des EN-Gebäudes (Elektrotechnik-Neubau) der Technischen Universität Berlin testen das Photovoltaik-Institut (PI) und das Institut für Energie- und Automatisierungstechnik Solarzellen. © TU Berlin/Pressestelle/Dahl
10.08.2012
Die Technische Universität (TU) Berlin ist die größte der vier Universitäten Berlins. Aktuell sind an dieser Hochschule über 30.000 Studierende in 90 Studiengängen immatrikuliert. Am „Green Day" können interessierte Schüler/-innen Forschungsprojekte und Studiengänge mit Bezug zum Klima- oder Umweltschutz kennenlernen, zum Beispiel das Eisenbahn-Betriebs- und Experimentierfeld.
Das „Green Day"-Team befragte den Präsidenten der TU Berlin, Professor Dr.-Ing. Jörg Steinbach, warum und wie genau sich seine Hochschule im Bereich Klima- und Umweltschutz engagiert.

Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass die TU Berlin im Bereich Klimaschutz forscht?
Klimaschutz ist eine der wichtigsten globalen Herausforderungen. Er tangiert unsere Gesellschaft, unsere Lebensumstände, die Natur und die Ressourcen, die wir den nächsten Generationen vererben wollen. Zum Klimaschutz kann und muss deshalb eine Technische Universität vielfältige Beiträge leisten. Unsere Planungswissenschaften beschäftigen sich mit der Vermeidung von Klimaveränderungen. In den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Mathematik forschen interdisziplinäre Verbünde an neuen und effizienten Produkten und Prozessen, die die Umwelt entlasten. Die ebenfalls wichtige soziale Dimension des Klimaschutzes wird in Projekten des Zentrums Technik und Gesellschaft systematisch berücksichtigt.
Welche Voraussetzungen brauchen angehende Studierende, um in diesem Bereich zu studieren/zu forschen?
Die Komplexität der Klimaeffekte erfordert eine ganzheitliche Herangehensweise und die Arbeit in interdisziplinären, oft auch internationalen Teams. Die angehenden Studierenden sollten deshalb ein breites Interesse an verschiedenen Disziplinen mitbringen. Will man im späteren Berufsleben zur breiten Umsetzung neuen technischen Wissens beitragen, so sind auch Soft Skills und interkulturelles Verständnis unentbehrlich.
In welchen Bereichen engagiert sich die Universität selbst für den Klimaschutz?
An der TU Berlin gibt es einen Energiemanager und einen Umweltbeauftragten. Wir haben ein Geräteerneuerungsprogramm und ein Prämiemodell für Energieeinsparung auf unserem Campus. Als besonderer Erfolg konnte unsere CO2-Emission durch die komplette Umstellung der elektrischen Energie auf erneuerbare Energiequellen halbiert werden. Studentische „grüne“ Projekte wie das Bamboo-Bike werden ebenso gefördert, wie das Fahrradfahren der TU-Mitglieder.
Warum ist es aus Ihrer Sicht wichtig, Schüler/-innen für Forschung im Bereich Klimaschutz zu begeistern?
Aus zwei Gründen ist es wichtig, sie zu gewinnen und zu begeistern:
Erstens sollen sie persönlich aktiv daran mitarbeiten, Ideen einbringen und sich engagieren, damit die Gefährdung unserer Welt gebremst wird. Nur durch eigene Projekte und Erfahrungen begreift man die Wichtigkeit und die Dimension unseres Handels und der persönlichen Verantwortung.
Zweitens benötigen wir engagierten Nachwuchs, der sich für die Studienfächer interessiert, die Klimaschutz, Nachhaltigkeit und grüne Energie zum Inhalt haben. Wir wollen die künftigen Expertinnen und Experten schon früh an die Themen heranführen und ihr Interesse wecken. Über ein Studium an unserer Universität werden sie gut ausgebildet, um im späteren Berufsleben aktiv an der Verbesserung des Klimaschutzes mitzuarbeiten – und das weltweit.